Lexikon

Altenheim/Altenpflegeheim/Vollstationäre Pflegeeinrichtung

bieten für ältere Pflegebedürftige auf unbestimmte Zeit eine umfassende Pflege, Versorgung und Betreuung rund um die Uhr. Diese nach dem Pflege-Versicherungsgesetz als vollstationäre Einrichtung bezeichnete Einrichtungsform kann neben der zeitlich unbefristeten Pflege auch weitere Dienstleistungen anbieten, wie bspw. Pflegeabteilungen für besondere Personengruppen, Kurzzeit- und/oder Tagespflegeplätze.
Das Altenpflegeheim ist nach Bau, Ausstattung und Personalbesetzung darauf ausgerichtet, körperliche, geistige und soziale Fähigkeiten zu erhalten und zu verbessern, verlorene Kompetenzen in den verschiedenen Lebensbereichen wiederzugewinnen, die erforderliche Pflege auf Dauer zu gewährleisten und sie reaktivierend zu gestalten. Dies setzt neben den nötigen Funktionsräumen (für Pflege, Therapie), Gemeinschaftsflächen und wohnlichen Individualflächen (möglichst in Form von Einbettzimmern) sowie die Beschäftigung von Fachkräften voraus. In allen Altenpflegeheimen müssen die Pflegedienste von ausgebildeten Altenpflegern/Altenpflegerinnen geleitet werden.
Die besondere Ausgestaltung von Ausstattung und Leistung kann eine Spezialisierung auf bestimmte Hilfebedürftigkeiten bewirken, z. B. auf die Pflege und Betreuung psychisch Veränderter und psychiatrisch Erkrankter, auf (auch medizinische) Rehabilitation, auf Pflege Sterbender (Sterbebegleitung) oder anderer besonders pflegebedürftiger Personen. Es müssen dann aber die Angebote der Einrichtung den Bedürfnissen der bevorzugt aufgenommenen Gruppe entsprechen, ohne Minderheiten zu vernachlässigen. Die Wohnqualität der Altenpflegeheime wird wesentlich durch die Förderungsbestimmungen für Altenpflegeheime auf Landesebene bestimmt. Die Erfüllung der länderübergreifend gültigen Heimmindestbauverordnung (HeimMinBauV) nach dem Heimgesetz reicht nicht aus, um einen möglichst weitgehenden Wohncharakter von Pflegeplätzen zu gewährleisten. Die HeimMinBauV hat nur ordnungsrechtliche Bedeutung und kann und sollte für die Planung von Einrichtungen nicht herangezogen werden.
Autor: Rolf Gennrich (Quelle: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. (Hrsg.) Mulot, R. Schmitt, S. (Redaktion und Lektorat). 2007. “Fachlexikon der sozialen Arbeit“. Baden-Baden. NOMOS)