Lexikon

Kurzzeitpflege

bezeichnet den zeitlich befristeten Aufenthalt eines pflegebedürftigen Menschen in einer vollstationären Pflegeeinrichtung, wenn die häusliche Pflege vorübergehend nicht sichergestellt werden kann (§ 42 SGB XI Sozialgesetzbuch). Ziel der Kurzzeitpflege ist die zeitweise Entlastung der pflegenden Angehörigen und beim Ausfall der Pflegeperson die Verhinderung eines dauerhaften Wechsels des Pflegebedürftigen in eine vollstationäre Pflegeeinrichtung. Anspruch auf Kurzzeitpflege haben Pflegebedürftige, wenn die häusliche Pflege nicht oder nicht im erforderlichen Umfang sichergestellt ist und auch eine teilstationäre Hilfe nicht ausreicht (§ 42 Abs. 1 SGB XI). Tritt im Laufe einer Krankenhausbehandlung Pflegebedürftigkeit ein und die Angehörigen bzw. sozialen Dienste haben die Vorbereitung der häuslichen Pflege nicht bis Ende der stationären Behandlung abgeschlossen, ist die Inanspruchnahme von Kurzzeitpflege möglich. Bei Verhinderung der Pflegeperson aufgrund Urlaub oder Krankheit kann Kurzzeitpflege ebenfalls gewährt werden, wenn die Zeit mit den Leistungen der Verhinderungspflege (§ 39 SGB XI) nicht überbrückt werden kann. Weiterhin dient die Kurzzeitpflege zur Krisenintervention bspw. bei kurzfristiger Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Pflegebedürftigen. Der Anspruch auf Kurzzeitpflege ist auf die Dauer von vier Wochen und einer Kostenübernahme in Höhe von 1.432 Euro im Kalenderjahr begrenzt (§ 42 Abs. 2 SGB XI). Kurzzeitpflege wird, gegenüber dem SGB XI nachrangig, auch im Rahmen der Hilfe zur Pflege in der Sozialhilfe (§ 61 Abs. 2 S. 1 SGB XII) gewährt. Die Dauer der Inanspruchnahme ist hierbei anders als in der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht begrenzt.
Autorin: Ulrike Häcker (Quelle: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. (Hrsg.) Mulot, R. Schmitt, S. (Redaktion und Lektorat). 2007. “Fachlexikon der sozialen Arbeit“. Baden-Baden. NOMOS)