Lexikon

Wohngemeinschaften/Wohngruppen für behinderte und psychisch Kranke

(Betreutes Wohnen behinderter und psychisch kranker Menschen) sind Teil einer gemeindenahen Rehabilitation und Versorgung (Komplementäre Dienste und Einrichtungen für psychisch kranke/seelisch behinderte Menschen). Je nach den Erfordernissen des Einzelfalls können die notwendigen Hilfen medizinische, berufsfördernde und ergänzende Maßnahmen und Leistungen der Rehabilitationsträger i. S. d. SGB IX umfassen sowie Eingliederungshilfe für behinderte Menschen (§ 53 SGB XII) und Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Dritten Kapitel des SGB XII in Wohngemeinschaften für behinderte und psychisch kranke Menschen. Wohngruppen für behinderte uns psychisch kranke Menschen sind unselbstständige kleinere Wohneinheiten, die zu Heimen gehören. Mit dem Begriff Wohngruppe ist eine innere Strukturierung in eine Betreuungseinheit gemeint. Die Außenwohngruppe ist dem Wohnheim in räumlicher Entfernung zugeordnet. Die Bewohner von Wohngruppen benötigen die Hilfen und Leistungen der Wohneinrichtung regelmäßig, jedoch nur in Teilbereichen. Daneben gibt es Trainingswohngruppen, die als Wohngruppen eines Heimes besondere Aufgabenstellungen haben und auch als Außenwohngruppen organisiert sein können. Wohngruppen für behinderte und psychisch kranke Menschen kommen für behinderte und psychisch kranke Menschen in Betracht, die ihren Lebensbereich selbstständig gestalten können mit der Unterstützung ihrer Mitbewohner sowie gelegentlicher professioneller Hilfen.
Übergangseinrichtungen in sozialpsychiatrischen und anderen Formen sind als therapeutische Wohngemeinschaften anzusehen. Die Aufenthaltsdauer des behinderten oder psychisch kranken Menschen ist von vornherein befristet. Der Leistungsstandard der Übergangseinrichtungen geht weit über den ambulanter Hilfen hinaus. Autonome Wohngemeinschaften haben eine Sonderstellung: In Form der Selbsthilfe oder ehrenamtlicher/freiwilliger Tätigkeit gestützt oder geführt leben die Mitglieder eigenständig und ohne öffentliche Zuschüsse.
Autorin: Jeanette Arenz (Quelle: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. (Hrsg.) Mulot, R. Schmitt, S. (Redaktion und Lektorat). 2007. “Fachlexikon der sozialen Arbeit“. Baden-Baden. NOMOS)