Mitglied werden

Sie wollen Mitglied im Netzwerk werden?


Senden Sie eine Email mit allen Angaben zu Ihnen an uns.

Vereinbarung
der Arbeitsgemeinschaft Integrierte Versorgung
im Landkreis Oder-Spree
(AG In Vers LOS)

Präambel

Die qualitative Verbesserung der medizinischen und pflegerischen Versorgung, die effektivere Nutzung der vorhandenen Ressourcen, die Notwendigkeit einer höheren wirtschaftlichen Effizienz, auch zum Zwecke der Kostenminimierung, verlangt zunehmend das koordinierte Zusammenwirken von Leistungsanbietern im Gesundheits- und Pflegebereich.
Im Sinne dieser Zielstellung geht es darum, die vorhandenen gesetzlichen Rahmenbedingungen zu nutzen und kreativ zu gestalten sowie dort, wo notwendig auf deren Veränderung bzw. Anpassung zu drängen.
In diesem Sinne verstehen sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft als Partner und Aktive bei der Entwicklung eines Regionalen Versorgungsnetzes im Landkreis Oder-Spree als ein Projekt der Integrierten Versorgung.

§ 1 Ziele

1.Aufbau eines integrierten Versorgungsnetzes im Landkreis Oder-Spree zur Verbesserung der medizinischen und pflegerischen Versorgung von Patienten und Pflegebedürftigen unter Wahrnehmung der bestehenden rechtlichen Möglichkeiten aus GMG, SGB V und SGB XI.

2. Zusammenarbeit von Kliniken, niedergelassenen Ärzten, Therapeuten, Pflegeeinrichtungen, Anlauf- und Beratungs-Centern (ABC) und anderen Institutionen zur fachlichen und wirtschaftlichen Optimierung von Heilungs-, Therapie- und Pflegeergebnissen unter Einbeziehung der Kranken- und Pflegekassen im Land Brandenburg.

3. Einführung, Einhaltung und Verbreiterung qualitativer Standards und Verfahren zur Behandlung, Überleitung sowie Pflege und Betreuung zwischen den beteiligten Institutionen.

4. Entwicklung neuer Angebote zur Stärkung von Prävention und Rehabilitation und zur Verbesserung integrierter Pflegearrangements für den Bürger durch das Zusammenwirken von Akutversorgung sowie Pflege und Betreuung.

5. Nachweisliche Steigerung der Effizienz des Versorgungssystems zur Optimierung von Kosten-Nutzen-Effekten insbesondere an der Schnittstelle von SGB V und SGB XI.

6. . Erhalt der Selbständigkeit und Selbstbestimmung der betroffenen Bürger bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit zur Sicherung einer hohen Lebensqualität. Unter dem Moto ”Fordern und Fördern” Aktivierung der Mitwirkung des Patienten im Heilungs- und Betreuungsprozess.

§ 2 Mitglieder

Gründungsmitglieder der AG InVers LOS sind:
1. stationäre Einrichtungen der pflegerischen Versorgung im LOS, die Mitglied der QgP bzw. in kommunaler Trägerschaft sind
2. ambulante Einrichtungen der pflegerischen Versorgung im LOS, die Mitglied der QgP sind
3. Krankenhäuser im LOS
4. Anlauf- und Beratungscenter (ABC-Stellen) im LOS
5. der Landkreis Oder-Spree

Mitglieder der AG InVers LOS können werden:
a) ambulante Pflegedienste
b) teilstationäre Pflegeeinrichtungen
c) stationäre Pflegeeinrichtungen
d) niedergelassene Haus- und Fachärzte
e) Therapeuten
f ) Apotheken
g) Heil- und Hilfsmittelanbieter
h) Angehörige, Sachkundige, Betroffene

Die Aufnahme oder Kündigung bedarf einer schriftlichen Erklärung.

§ 3 Angestrebte Vorhaben

3.1. Weiterentwicklung der ABC - Stellen als Anlaufstellen für den Bürger zur Information über das Versorgungssystem, zur Gestaltung und Stärkung integrierter Pflegearrangements und als Promotoren für die Leistungsintegration.

3.2. Entwicklung von Modellen der Integrierten Versorgung in Zusammenarbeit mit den Kranken- und Pflegekassen des Landes unter Überwindung der künstlichen Grenzen zwischen SGB V und XI.

3.3. Integration kurativer Maßnahmen mit Rehabilitation, aktivierender Pflege und sozialer Beratung und Betreuung als ein Schwerpunkt: z. B. Aufbau einer Pflegekette für geriatrische Patienten nach dem GERINET-Prinzip.

3.4. Verbindliches Entlassungsmanagement zwischen den Institutionen zur reibungslosen Überleitung des Patienten (Umsetzung des nationalen Expertenstandards) mit den Komponenten: feste Ansprechpartner, Vorabinformation, Definition des Überleitungszeitpunkts, Mitgabe schriftlicher Unterlagen (Überleitungsbogen, ggf. Verordnung), Medikation etc.

3.5. Sicherung der Leistungsqualität der pflegerischen Nachsorge auf Basis des QM-Handbuchs der QgP, der GERINET-Standards und anderer nationalen Expertenstandards
u. a. durch:
- Abgestimmte Standards und Verfahren der beteiligten ambulanten und stationären Altenpflegeeinrichtungen zur Überleitung der Patienten
- Abgestimmte Standards der beteiligten ambulanten und stationären Altenpflegeeinrichtungen zur pflegerischen Versorgung der Patienten
- Abgestimmte Verfahren der beteiligten ambulanten und stationären Altenpflegeeinrichtungen zur Organisation und pflegerischen Versorgung der Patienten
- Sicherung der Ergebnisqualität durch Begutachtung für die entsprechenden o. g. Standards

3.6. Aufbau neuer Versorgungsformen nach Prüfung und unter Vorliegen von Finanzierungslösungen wie z.B. Pflegehotel, rehabilitative Kurzzeitpflege, mobile Rehabilitation, Adaption von Hausarztmodellen in stationären Pflegeeinrichtungen. Aufbau von Kooperationsformen zwischen Akutkliniken und Trägern der Altenpflege.

3.7. Gemeinsame und abgestimmte Weiterqualifizierung der beteiligten MitarbeiterInnen (MA) zur weiteren Professionalisierung im Sinne der Zielsetzung durch geeignete Stellen wie die Geriatrische Akademie Brandenburg, Paritätisches Bildungswerk Potsdam, Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg.

3.8. Sicherung der Ergebnisse und deren Verbreiterung für die Umsetzung in anderen Regionen des Land Brandenburg unter Einbeziehung des MASGF und innerhalb der QgP sowie eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit.

§ 4 Gremien

Die Mitglieder der AG InVers vereinbaren die Einrichtung folgender Gremien:
4.1 Mitgliederversammlung
4.2 Vorstand
4.3 Beirat.

§ 5 Mitgliederversammlung (MV)

(1) Die MV besteht aus den zum Zeitpunkt der Einberufung eingeschriebenen Mitgliedern.

(2) Jedes Mitglied hat eine Stimme. Zur Ausübung des Stimmrechts können die Mitglieder für die jeweilige MV eine andere Person ersatzweise schriftlich bevollmächtigen.

(4) Die MV hat folgende Aufgaben:
- Wahl erforderlicher Gremien
- Beschlussfassung zu strategischen oder grundsätzlichen Entscheidungen
- Beschlussfassung zu finanziellen Angelegenheiten und Kosten verursachenden Maßnahmen
- Änderungen der gemeinsamen Vereinbarung
- Planung und Entscheidung von Vorhaben
- Beauftragung des Vorstands
- Bestätigung neuer Mitglieder oder Entbindung von Mitgliedern

(5) Die MV trifft sich regelmäßig. Sie wird vom Vorstand einberufen. Die Einladungsfrist muss angemessen sein. Es gilt die zuletzt gemeldete Adresse des Mitgliedes– auch die Form der E-Mail ist möglich.

(6) Beschlussfähig ist jede ordnungsgemäß einberufene MV. Die MV fasst ihre Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der gültig abgegebenen Stimmen.

§ 6 Vorstand

(1) Der Vorstand besteht aus 5 Mitgliedern, die einen Sprecher des Vorstands wählen.
(2) Der Vorstand ist zuständig für die Umsetzung der Entscheidungen der AG.
(3) Eine Vorstandssitzung ist mindestens alle 2 Monate einzuberufen.
(4) Die Aufgaben des Vorstandes umfassen insbesondere:
- Einberufung der MV mit TOPS
- Ausführung der Beschlüsse der MV
- Haushaltsführung der AG
- Erstellung eines Rechenschaftsberichts
- Berufung der Beiratsmitglieder
- Einsetzung von Projektleitungen, Fachgremien und Arbeitsgruppen
- Auswahl von externer Beratung und Evaluation durch entsprechende Fachleute
- Außenvertretung der AG, Öffentlichkeitsarbeit

§ 7 Beitragsordnung

(1) Von den Mitgliedern wird ein Mitgliedsbeitrag erhoben. Die Beitragsordnung schlägt der Vorstand vor.
Die Bestätigung erfolgt durch die Mitgliederversammlung.

§ 8 Auflösung

Die Mitgliederversammlung kann bei Anwesenheit von mind. 3/4 der Mitglieder mit einer Mehrheit von 3/4 der Stimmen die Auflösung bestimmen. Das Vermögen der AG fällt nach Einlösung aller Verbindlichkeiten an von der MV zu benennende Einrichtungen.

 

§ 9 Teilnichtigkeit

Werden einzelne Teile dieser Vereinbarung durch Verstoß gegen anderweitige gesetzliche Regelungen unwirksam, ist nicht die gesamte Vereinbarung unwirksam, sondern die restlichen Bestandteile behalten Gültigkeit.